Die Heilige Elisabeth
17. November 2019
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Am 19. November jeden Jahres feiern wir das Patronatsfest der katholischen Kirche in Königs Wusterhausen. Das Gotteshaus ist der heiligen Elisabeth geweiht, die oft den Namenszusatz „von Thüringen“ trägt. Doch Elisabeth stammte gar nicht aus Thüringen, sondern aus Ungarn. Dort wurde sie 1207 als Königstochter geboren. Wie im Mittelalter üblich, wurden unter den herrschenden Dynastien Europas Ehen zur Erweiterung von Macht und Einfluss geschlossen. Elisabeth kam im Alter von vier Jahren an den Hof des Landgrafen von Thüringen. Sie wurde kurz vorher mit einem Sohn des Ludowingers Hermann I. verlobt. Ob es der Erstgeborene war oder sein Bruder, darüber gibt es geschichtlich unterschiedliche Ansichten. Elisabeth wurde in der Familie des zukünftigen Bräutigams aufgezogen, um sich an Sitten und Gebräuche des deutschen Hofes zu gewöhnen. Historische Quellen berichten, dass Elisabeth in ihrer glücklich verbrachten Kindheit schon überaus fromm und gottesfürchtig war.

Der erstgeborene Thronfolger starb früh und so ehelichte Elisabeth mit vierzehn Jahren Ludwig IV., der 1217 erst 17 Jahre alt war und nach dem Tod seines Vaters, Landgraf von Thüringen wurde. Mit dieser Ehe wurde Elisabeth zur Landgräfin und stand somit dem Hof als Herrin vor.
Die Ehe von Ludwig IV. und seiner Frau wird in den Quellen übereinstimmend als glücklich und harmonisch geschildert, was für damalige Zeiten durchaus nicht selbstverständlich war.

Elisabeth nutzte ihre neue Stellung am Hof zu vielen Wohltaten gegenüber der armen Landbevölkerung. Sie öffnete in Notzeiten die Kornspeicher und verteilte das daraus gebackene Brot an die Armen. Schmuck und Kleider bedeuteten ihr nichts, außer dass man diese Dinge verkaufen konnte, um das Geld anschließend an Bedürftige zu verteilen. Ihr Mann hat sie in all ihrem Tun gewähren lassen und sie oftmals auch dabei unterstützt. Gemeinsam gründeten sie 1223 ein Hospital in Gotha. Im Jahr 1226 wurde Konrad von Marburg Beichtvater der Landgräfin. Im Beisein ihres Mannes schwor sie dem Priester unbedingten Gehorsam, sollte ihr Mann vor ihr sterben.
Bereits ein Jahr später war das Glück der jungen Familie zerstört und Elisabeth wurde Witwe. Ludwig IV. starb in Italien auf dem Weg zum Kreuzzug in das Heilige Land.

Der Bruder Ludwigs IV. übernahm daraufhin die Vormundschaft über den Thronfolger, den erst fünfjährigen Sohn von Elisabeth und Ludwig. Er war der Witwe Elisabeth jedoch nicht wohlgesonnen und verabscheute ihre Taten der Nächstenliebe. Der schützenden Hand des Ehemanns beraubt, verließ Elisabeth im Winter 1227/28 die Wartburg und lebte nun unter ärmlichsten Verhältnissen, nächtigte der Legende nach sogar im Schweinestall.

Konrad von Marburg erreichte bei Papst Gregor IX., dass man die Verstoßene unter päpstlichen Schutz stellte. Daraufhin erhielt sie aus ihrem Witwenerbe etwas Geld und einige Ländereien bei Marburg. Bereits 1228 wurde dort ein Spital errichtet, in dem Elisabeth als einfache Schwester ihren Dienst an den Ärmsten tat.

Die Pflege von Leprakranken, häufiges Fasten und schlechtes Essen schwächten Elisabeth. In der Nacht vom 16. auf den 17.November 1231 starb Elisabeth mit 24 Jahren in ihrem Hospital in Marburg. Dort wurde sie auch am 19. November beigesetzt.

Elisabeth wurde schon zu Lebzeiten sehr verehrt und zahlreiche Wunder wurden ihr zugesprochen. Konrad von Marburg leitete bereits 1232 ein Heiligsprechungsverfahren für Elisabeth ein und trieb dieses bis zu seinem gewaltsamen Tode energisch voran. Im Zuge der Heiligsprechung wurden zahlreiche Zeugen befragt und deren Aussagen dokumentiert. Gerade aus den letzten Lebensjahren gibt es deshalb zahlreiche historische Quellen zum Leben unserer Kirchenpatronin.
Die Heiligsprechung Elisabeths erfolgte zu Pfingsten 1235 durch Papst Gregor IX.
Der Deutsche Orden errichtete kurz nach ihrer Heiligsprechung die Elisabethkirche von Marburg über ihrem Grab. Am 1.Mai 1236 fand die feierliche Translation der Gebeine Elisabeths statt. Eine riesige Menschenmenge nahm Anteil daran. Die Reliquien wurden in einen Elisabethschrein umgebettet und verteilten sich von dort bald in die ganze Welt. Mit der Reformation wurden 1539 alle Gebeine aus Marburg entfernt. Die Hauptreliquien sollen heute in Wien verehrt werden.

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