Prägende Gestaltungselemente des Altarraumes von St. Elisabeth sind die drei großen Holzfiguren aus Lindenholz. Als die Kirche am 1. August 1937 geweiht wurde, waren sie jedoch noch nicht Teil der Innenausstattung.
Eine erste Christusfigur lieferte der Berliner Bildhauer Josef Dorls als Leihgabe für die Kirchweihe. Ersetzt wurde der Kruzifixus wenig später durch ein Gipsmodell, ebenfalls geschaffen von Dorls, das als Vorlage für eine von ihm geplante Schnitzarbeit dienen sollte. Der II. Weltkrieg durchkreuzte die Pläne der Gemeinde für die Anschaffung einer Holzfigur und so hing das Gipsmodell auch nach Kriegsende noch mehr als zehn Jahre in der Kirche.
Erst Ende der fünfziger Jahre war die Gemeinde finanziell in der Lage, über Holzfigurenschmuck nachzudenken. Josef Dorls war jedoch 1945 in Berlin gestorben und kam als Bildhauer nicht mehr in Frage. Eine Meisterwerkstatt wurde in Cottbus gefunden und der Bildhauer Felix Hertelt mit der Anfertigung von drei Figuren beauftragt.
Felix Hertelt wurde am 23. Februar 1897 als zweites Kind seiner Eltern im schlesischen Wünschelburg (Kolonie Hain/Siebenhuben) im Kreis Glatz geboren. Er hatte noch acht Geschwister. Sein Vater Stefan Hertelt war als Steinmetz und Bildhauer in Wünschelburg tätig und gab ihm sicher das künstlerische Talent mit auf den Weg.
Felix Hertelt erlernte seinen Beruf als Holzbildhauer zunächst im schlesischen Frankenstein beim akademischen Bildhauer Paul Schiller. Die Lehre dauerte vier Jahre. Der I. Weltkrieg unterbrach seine Ausbildung für einige Zeit. Von 1919-1921 besuchte Hertelt Kurse an den Kunstakademien (Werkschulen) in Münster und in Köln. Hier wurde er Holzbildhauermeister.
Anschließend ließ er sich in Cottbus nieder und gründete im Jahr 1923/24 seine „Werkstätte für christliche Kunst“. Das Atelier hatte er in der Marktstraße 6, seine Wohnung am Gerichtsplatz 1.
Nach schwierigem Start wurde er Mitte der 1930er Jahre mit der Ausgestaltung der neuerbauten Cottbuser Pfarrkirche „St. Maria Friedenskönigin“ beauftragt. Weitere größere Aufträge ließen danach nicht mehr lange auf sich warten. Vor allem nach dem Ende des II. Weltkrieges war seine Kunst mehr denn je gefragt. „Seine große Bedeutung für den kirchlichen Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg spiegelt die unübersehbare Zahl der großen und kleinen Aufträge wieder, die er zu bewältigen hatte.“ Bekannt sind beispielsweise Heiligenfiguren in Luckau (1946), Lenzen (ca. 1948), Peitz (1953), Großräschen (Mitter 50er Jahre) oder in Wilhelmshorst (1956).
Felix Hertelt war nach derzeitigem Kenntnisstand dreimal verheiratet. Eine erste Ehe wurde am 1. November 1923 in Cottbus mit Ludowika Sauter geschlossen. Aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor. Schon im Jahr 1927 wurde Hertelt mutmaßlich Witwer. Eine zweite Ehe ist im Geburtsregister des Standesamtes Wünschelburg als Nebenbemerkung verzeichnet. Demnach heiratete Hertelt im Jahr 1929 ein zweites Mal in Wünschelburg. Der Name und genealogische Daten dieser Frau sind unbekannt. Auch ob aus dieser Ehe weitere Kinder hervorgingen, ist nicht bekannt. Der Bildhauer ging am 7. Juli 1962 in Weimar eine dritte Ehe ein. Seine Frau hieß Luise Anna Golomp und stammte aus Oberschlesien
Felix Hertelt starb am 20. (21.) März 1972 in Cottbus. Am 28. März wurde er auf dem Cottbuser Südfriedhof bestattet.
Zuerst schuf Hertelt unsere Figur der Mutter Gottes als Mondsichelmadonna, die am 26. August 1956 geweiht wurde. Nur ein Jahr später wurde die Figur des Guten Hirten zum Fest Christkönig als Gegenstück zur Maria angebracht und geweiht.
Das seit der Kirchweihe hängende Kreuz aus Kiefernholz bekam seine dritte Christusfigur im Jahr 1960. Der triumphierende Jesus, wieder von Hertelt geschaffen, wurde während der Karfreitagsliturgie feierlich enthüllt und breitet seitdem seine segnenden Arme über unsere Gemeinde aus. Eine kleine Veränderung gab es anschließend aber noch. Pfarrer Müller ließ den Kopfbalken des Kreuzes in den siebziger Jahren auf die heutige Länge einkürzen.
Die Werke von Hertelt fanden noch einmal den Weg in seine Werkstatt zurück. Zur großen Kirchenrenovierung im Jahr 2008 wurden die Figuren nach Cottbus gebracht und von den Brüdern Fromelius, ehemaligen Lehrjungen des Meisters, fachgerecht aufgearbeitet, um zum Kirchweihfest wieder wie neu zu erstrahlen.
Die Figuren des Cottbuser Bildhauermeisters Felix Hertelt zieren mittlerweile seit über sechzig Jahren unser Gotteshaus: „Ohne Einschränkung und mit voller Anerkennung kann gesagt werden, daß sein künstlerisches Werk über Jahrzehnte hin ungezählten Menschen Hilfe und Kraft für ihren Glauben geschenkt hat. Sein Leben stand unter dem Leitsatz: Gott zur Ehre – Den Menschen zur Freude“.






