Abbendorf

Abbendorf - Dorf des Abbo

Kirche Abbendorf, Bild: Seyer

Der Name Abbendorf bedeutet „Dorf des Abbo“ und weist darauf hin, dass das Runddorf eine Neugründung der deutschen Siedler in der Zeit um 1200 war. Abbendorf lag wohl in der terra Nitzow, die den Havelberger Bischöfen gehörte. Das erste Mal wurde Abbendorf 1413 schriftlich als „Abbendorp“ erwähnt. Im selben Jahrhundert begann man mit dem Bau einer katholischen Kirche aus Feld-und Backsteinen. Diese Kirche fiel um 1500 einem Brand um Opfer, wurde aber wiederaufgebaut.

Nach der Einführung der Reformation in Brandenburg im Jahr 1539 wurde die Kirche evangelisch. Das Patronat über die Kirche hatte seit dem 17. Jahrhundert die märkische Adelsfamilie von Saldern, die ihren Stammsitz auf der echt nahe gelegenen Plattenburg hatte. Das Dorf wurde im Dreißigjährigen Krieg genauso wenig verschont wie das übrige Brandenburger Land. Es kam zu Plünderungen, Brandschatzungen und Verwüstungen. Auch die Kirche wurde teilweise geplündert und zerstört.

Im Jahre 1652 lebten gerade noch 16 männliche Personen in Abbendorf. 1662 wurde die zerstörte Kirche in der heutigen Bauform wiedererrichtet. Katharina von Ruhenstein stiftete 1680 einen Altar. Fünf Jahre später kam durch eine Stiftung der Patronatsfamilie eine hölzerne Kanzel hinzu. Der Kirchturm in seiner heutigen Form wurde erst 1852 errichtet und im Jahr 2002 vollständig saniert.

Mehrfach wurde Abbendorf durch Hochwasser an Elbe und Havel bedroht oder sogar überflutet. Große Hochwasserschäden sind für 1709 und 1740 bekannt. Auch im Frühjahr 1830 kam es beim Dorf durch Eisstau auf der Elbe zu Deichbrüchen und großflächigen Überschwemmungen. Einen neuen Kirchturm erhielt das Dorf 1736, also etwa zu der Zeit, als unsere Familie dort lebte. Zu jener Zeit gab es im Ort acht Hüfner, 14 Kätner, vier Einlieger und einen Hirten ohne Vieh.

Im Jahr 1786 wurde für Abbendorf ein Urbarium erstellt, das das gutsherrlich-bäuerliche Verhältnis zwischen der Familie von Saldern und den Dorfbewohnern regelte. In diesem Urbarium wird keine Familie Seyer erwähnt, so dass ich davon ausgehe, dass meine Familie zu dieser Zeit den Ort wieder verlassen hatte.
Der Aufenthalt meiner Familie im Dorf betrug also nur etwa zehn Jahre.


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