Vehlgast

Das alte Fischerdorf

Vehlgast-Damerow,  Ausschnitt aus einem historischem Messtischblatt

Vehlgast wurde zum ersten Mal im Jahr 1488/90 als Wehlegast und 1512 als Velegast erwähnt und hatte zu dieser Zeit schon einen Dorfschulzen. Es handelte sich früher um ein klassisches Rund- oder Sackgassendorf im „Quappenwinkel".
Aus dem "Quappenwinkel" wurde allmählich ein "Paddenwinkel", denn für die Frösche war es auf jeden Fall noch nass genug. Anfangs lebten die Leute im Dorf vorwiegend von Fischfang. Im Jahr 1576 zählte man im Dorf 18 Fischerkaten. Später erfolgte die Ansiedlung von Holländern, Sachsen, Slawen, Sorben und Westfalen. Durch die Ansiedelung der Holländer kam die Vieh-. Weide und Milchwirtschaft in Gang.
Infolge von Hochwasser, das die Dörfer an Havel und Elbe oft heimsuchte, brachen 1709 das Schulhaus und der Krug während schwerer Überschwemmungen zusammen.
1772 lebten im Dorf 165 Menschen. Es waren sechs Büdnerstellen etabliert.
Bereits 1776 wurde eine Feuerkasse gegründet, die eine Art Versicherung darstellte und die Menschen bei Katastrophen absichern sollte. Das dieses Unternehmen schon bald von großer Wichtigkeit für die ansässigen Menschen war, zeigte das Jahr 1790. Am 24. Januar vernichtete eine große Feuersbrunst 14 Höfe.

Um 1800 gehörte Vehlgast den drei Brüdern Friedrich, Karl und Albrecht von Saldern zu Plattenburg. Vormund war der Major von Kleist auf Stabenow. Die Herrn von Saldern waren Rittergutsbesitzer, gehörten zum niedersächsischen Uradel, waren Mitglied des Johanniterordens und stammten aus dem Braunschweigischen bei Schöppenstedt.
Die heutige Dorfkirche von Vehlgast ist ein neogotischer Backsteinbau mit einem 26 m hohen schiefergedeckten Turm. Sie entstand um 1867, nachdem der Vorgängerbau einem Brand zum Opfer gefallen war. Das erste Gotteshaus in Vehlgast war eine einfache Holzkirche, die im 30-jährigen Krieg abbrannte. Im Jahr 1681 wurde mit dem Bau einer Feldsteinkirche begonnen. Patron war der Herr von Saldern zu Plattenburg, Bauherrin Katharina von Saldern stiftete die Kanzel und den Altar. Baumeister Lindemann aus Kyritz errichtete erst 1754 einen Turm und 1768 bekam die Kirche zwei Glocken, die per Schiff auf der Havel vom Glockengießer Thielken aus Berlin antransportiert wurden. Bei einem Brand im Jahre 1863 fiel das Gotteshaus in Schutt und Asche. Das Schiff der heutigen Kirche hat eine einfache Holzdecke und große rundbogige Fenster. Die Orgel, die man 1870 schon im gebrauchten Zustand kaufte, ist heute noch bespielbar. Das heutige Uhrwerk stammt aus dem Jahre 1924.

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