Bildhauer Felix Hertelt aus Cottbus

Bei Recherchen in unserem Pfarrarchiv tauchten heute ein paar Schriftstücke zu Felix Hertelt auf, der in den fünfziger Jahren den Figurenschmuck für unsere Kirche fertigte. Nacheinander schuf er die Figuren des „Guten Hirten“, der „Mondsichelmadonna“ und zuletzt den „Triumphierenden Jesus“ für das bereits vorhandene Kruzifix.

Der Sterbetag des Bildhauers jährt sich am 21. März zum 54. Mal. Ein Grund für mich, die Biografie des Künstlers hier kurz darzustellen.

Felix Hertelt kam am 23. Februar 1897 in Wünschelburg im schlesischen Kreis Glatz zur Welt. Seine Eltern waren Stephan Hertelt (1866-1929) und Maria, geborene Simon (1872-1931). Die Eltern hatten neun Kinder. Stephan Hertelt wirkte im Ort als Steinbildhauer.

Felix Hertelt Hertelt erlernte seinen Beruf als Holzbildhauer zunächst in Frankenstein beim akademischen Bildhauer Paul Schiller. Die Lehre dauerte vier Jahre. Der I. Weltkrieg unterbrach seine Ausbildung. Von 1919-1921 besuchte Hertelt Kurse an den Kunstakademien (Werkschulen) in Münster und in Köln.

Anschließend ließ er sich in Cottbus nieder und gründete im Jahr 1923/24 seine „Werkstätte für christliche Kunst“. Das Atelier hatte er in der Marktstraße 6, seine Wohnung am Gerichtsplatz 1. Nach schwierigem Start wurde er Mitte der 1930er Jahre mit der Ausgestaltung der neuerbauten Cottbuser Pfarrkirche „St. Maria Friedenskönigin“ beauftragt. Weitere größere Aufträge ließen danach nicht mehr lange auf sich warten. Vor allem nach dem Ende des II. Weltkrieges war seine Kunst mehr denn je gefragt. „Seine große Bedeutung für den kirchlichen Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg spiegelt die unübersehbare Zahl der großen und kleinen Aufträge wieder, die er zu bewältigen hatte.“ Bekannt sind beispielsweise Heiligenfiguren in Luckau (1946), Lenzen (ca. 1948), Peitz (1953), Großräschen (Mitter 50er Jahre) oder in Wilhelmshorst (1956). In diese Aufzählung reihen sich auch unsere drei Figuren ein.

Felix Hertelt war mutmaßlich dreimal verheiratet. Eine erste Ehe wurde am 1. November 1923 in Cottbus mit Ludowika Sauter geschlossen. Aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor. Schon im Jahr 1927 wurde Hertelt Witwer, als seine junge Frau verstarb. Im Geburtsregister beim StA Wünschelburg ist als Nebenbemerkung eine zweite Ehe verzeichnet. Demnach ehelichte Hertelt im Jahr 1929 eine Frau, von der es bisher keinen Namen oder genealogische Daten gibt. Felix Hertelt ging am 7. Juli 1962 in Weimar eine weitere Ehe ein. Seine dritte Frau hieß Luise Golomp Anna und stammte ursprünglich aus Oberschlesien.

Felix Hertelt starb am 20. (21.) März 1972 in Cottbus. Am 28. März wurde er auf dem Cottbuser Südfriedhof bestattet.

„Ohne Einschränkung und mit voller Anerkennung kann gesagt werden, daß sein künstlerisches Werk über Jahrzehnte hin ungezählten Menschen Hilfe und Kraft für ihren Glauben geschenkt hat. Sein Leben stand unter dem Leitsatz: Gott zur Ehre – Den Menschen zur Freude“.


Q: Foto und Zitate aus dem Sterbebildchen, Archiv St. Elisabeth, weitere Angaben u.a. von ancestry und aus dem Pfarramt Cottbus