Meine Schwiegermutter entstammt einer Familie Klein, die ihre Wurzeln im Rheinland hat. Der Name Klein ist in Deutschland überdurchschnittlich häufig vertreten, was die Familienforschung mit Sicherheit erschwert. Glücklicherweise existieren in der Familie einige Dokumente, die den Einstieg in diese Ahnenlinie erleichterten. Frühe Kirchenbücher aus dem Rheinland sind teilweise digitalisiert, jedoch oft nicht in allen Jahrgängen vollständig online einzusehen. Die Informationen zu den Stammeltern und deren unmittelbar folgenden Generationen sind hauptsächlich der Datenbank der Mormonen und der Webseite der Stadt Euskirchen entnommen.
Viele Details zur Historie der Familie Klein sind noch unbekannt. Durch die Veröffentlichung erhoffe ich mir Kontakte zu Genealogen, die ebenfalls zu dieser Familie forschen.
Die Familienlinie Klein ist bis heute hauptsächlich katholisch geprägt.
Konrad Klein – Stammvater der Familie
Zu Konrad Klein und seiner Ehefrau Gertrud Bayerl gibt es bisher keine gesicherten genealogischen Daten. Ihre Namen sind der Datenbank von familysearch entnommen. Die beiden Stammeltern kamen mutmaßlich vor 1757 zur Welt und schlossen die Ehe vor 1777. Ihre Namen werden bei der Geburt des folgenden Sohnes genannt.
Mathias Klein – Tagelöhner in Esch
Mathias Klein soll am 16. März 1777 in Merten geboren worden sein. Möglich wäre jedoch auch, dass es sich bei diesem Datum um das Taufdatum handelt. Merten (heute zu Stadt Bornheim) liegt nordwestlich von Bonn.
Am 29. Januar 1801 ehelichte Mathias Klein seine Braut Gertrud Nickel in Ollheim. Gertrud lebte seinerzeit in Esch und war vier Jahre älter als ihr Ehemann. Nach der Hochzeit hatten die Eheleute ihren Lebensmittelpunkt im Wohnort der Ehefrau, nördlich von Köln. Mathias Klein verdiente hier den Unterhalt für die Familie als Tagelöhner. Wie viele Kinder die Eheleute hatten, ist unklar. Aus dem Traueintrag des bekannten Sohnes geht später hervor, dass Mathias Klein bei dessen Hochzeit im Jahr 1829 noch am Leben, Gertrud Nickel hingegen bereits verstorben war.
Johannes Klein – Dienstknecht in Esch
Johannes Klein kam etwa 1804 in Esch zur Welt. Am 27. November 1829 ehelichte er in Kuchenheim (früher Cuchenheim/heute zu Euskirchen) Maria Margaretha Stärk (Stark), die im Mai 1809 in Großbüllesheim (heute zu Euskirchen) geboren wurde. Aus diesem Schriftstück geht hervor, dass Johannes Klein um 1829 als Dienstknecht in Cuchenheim tätig war.
Johannes starb am 23. November 1847 in Großbüllesheim. Wann und wo seine Frau verstarb, ist nicht bekannt.

Heinrich Klein – Schneider in Großbüllesheim
Heinrich Klein kam am 22. April 1836 in Großbüllesheim zur Welt. Seine Eltern waren als Tagelöhner im Ort tätig. Wann genau er seine Braut Elisabeth Agens Gentgen vor 1877 heiratete, ist bisher nicht nachgewiesen.
Elisabeth Agnes Gentgen kam im Januar 1851 in Kleinvernich als Tochter von Johannes Joseph Gentgen und seiner Frau Gertrud Müller zur Welt. Am 17. des Monats wurde sie ebendort getauft. Wie viele Kinder in der Ehe geboren wurden, ist nicht bekannt.
Aus dem „Civilbuch“ des bekannten Sohnes geht hervor, dass Heinrich Klein den Beruf des Schneiders in Großbüllesheim ausübte. Er starb am 20. Juni 1898 in Großbüllesheim, seine Ehefrau verschied am 6. Juni 1911 ebenda.

Johann Josef Klein – Bindeglied nach Brandenburg
Johann Josef kam am 12. Oktober 1877 in Großbüllesheim zur Welt und wurde zwei Tage später hier auch getauft. Er hatte mutmaßlich noch zwei Brüder. Johann Josef erlernte den Beruf des Maschinenschlossers.

Am 10. Januar 1897 wurde ihm von einer Elisabeth Goldbach ein uneheliches Kind geboren, das auf den Namen Gabriel getauft wurde. Mit der Eheschließung der Eltern am 30. Oktober 1901 in Kuchenheim wurde das Kind legitimiert. Elisabeth Goldbach war fünf Jahre älter als ihr Ehemann – sie wurde am 14. Dezember 1872 in Wünschheim geboren. Über ihre Mutter Anna Marie Elisabeth Brock lässt sich eine Verbindung zur adligen Familie von Sturm zu Vehlingen herstellen.
Am 27. Juli 1902 kam in Großbüllesheim Sohn Wilhelm zur Welt. Das Kind starb am 1. April 1903.
Agnes Klein erblickte am 10. November 1903 in Großbüllesheim das Licht der Welt. Sie ehelichte am 16. August 1924 Hubert Klünter in Königs Wusterhausen.
Als viertes Kind wurde am 6. Februar 1906 Tochter Katharina in Großbüllesheim geboren. Sie heiratete am 25. Juni 1932 Erich Kalinowski in Königs Wusterhausen.
Wilhelm Klein kam am 24. November 1906 in Großbüllesheim zur Welt.
Zwei Jahre später, am 23. Oktober 1908, wurde Heinrich geboren. Das Kind kam in Neurath zur Welt, starb jedoch bereits ein halbes Jahr später ebendort.
Als nächstes Kind der Eheleute Klein kam Tochter Veronika am 15. April 1910 in Neurath zur Welt. Sie heiratete am 25. Januar Otto Barkowsky in Königs Wusterhausen.
Heinrich Klein kam ebenfalls in Neurath zur Welt. Er wurde am 6. August 1911 geboren. Heinrich heiratete am 12. August 1934 Marie Antonia Klünter in Königs Wusterhausen.
Das letzte Kind der Eheleute Klein erblickte am 29. Mai 1914 in Lechenich das Licht der Welt. Seine Eltern gaben ihm den Namen Hermann Josef. Er führte am 17. Dezember 1939 Hedwig Geyer in Königs Wusterhausen zum Traualtar.
Wann genau Familie Klein nach Brandenburg kam, ist nicht bekannt. Spätestens im Jahr 1923 wohnte sie jedoch in Zeesen, denn der jüngste Sohn ging in Königs Wusterhausen zur Erstkommunion. Familie Klein gehörte zu den ersten Familien, die den Steinberg besiedelten.
Johann Josef Klein war am neuen Wohnort zunächst als Obermeister, später dann als Betriebsleiter tätig. Er starb am 1. April 1932 auf dem Weg zu einer Beerdigung an einem Gehirnschlag. Am 3. April wurde der Verstorbene in Zeesen beigesetzt. Seine Witwe verstarb am 22. Oktober 1935 in Zeesen an einer Herzschwäche. Vier Tage später fand in Zeesen die Beerdigung statt.
Wilhelm Klein – Schlosser
Wilhelm Klein kam am 24. November 1906 in Großbüllesheim zur Welt und wurde ebendort zwei Tage später getauft. Mit seinen Eltern kam er Anfang der 1920er Jahre nach Zeesen. Wilhelm erlernte den Beruf des Schlossers.
Familie Klein ging nach Königs Wusterhausen zur Kirche. Hier lernte Wilhelm seine spätere Ehefrau Magdalena Dinter kennen. Magdalena wurde am 6. Januar 1908 als erste Tochter von Heinrich Dinter und Magdalena Reinholz in Lichtenberg geboren. Familie Dinter wohnte später ebenfalls auf dem Zeesener Steinberg.

Magdalena Dinter wurde Anfang des Jahres 1927 von Wilhelm Klein schwanger. Die beiden heirateten daraufhin am 24. April in Königs Wusterhausen. In der Familie heißt es, dass Magdalena eigentlich vorgehabt hatte in ein Kloster zu gehen, um dort Ordensschwester zu werden.
Am 13. Oktober 1927 wurde Sohn Willy geboren. Zwischen 1929 und 1948 kamen sechs weitere Kinder in Zeesen zur Welt.
Die Ehe zwischen Wilhelm Klein und Magdalena wurde am 31. Juli 1962 vom Kreisgericht Königs Wusterhausen rechtskräftig geschieden.
Wilhelm Klein hatte schon zehn Jahre zuvor noch einmal Nachwuchs bekommen. Im Jahr 1951 wurde ihm in Bernau in einer außerehelichen Beziehung ein Sohn geboren. Dessen Mutter ehelichte er kurz nach der Scheidung von Magdalena 1962 in Königs Wusterhausen.
Wilhelm Klein starb am 15. Juni 1967 in Königs Wusterhausen. Bei seiner Beerdigung folgten beide Ehefrauen dem Sarg. Magdalena zog später nach Michendorf-Wilhelmshorst in ein Wohnheim für Ordensschwestern, wo sie am 25. Mai 1990 verstarb. Bestattet wurde die Verstorbene in Zeesen.
Willy Klein – Diakon in Schöneiche
Willy Klein, der Großvater meiner Frau, erblickte am 13. Oktober 1927 als erstes Kind seiner Eltern in Zeesen das Licht der Welt. Am 30. Oktober wurde er in der St. Elisabeth-Kapelle von Königs Wusterhausen getauft. Das Sakrament der Firmung wurde dem Jungen am 9. Juni 1940 gespendet.
Ab dem 1. Oktober 1942 wurde Willy bei der Deutschen Reichsbahn zum „Bautechnischen Junghelfer“ ausgebildet. Im Jahr 1945 kam er zum Reichsarbeitsdienst und wurde bei Bad Wilsnack eingesetzt. In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 1945 geriet der junge Mann in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde kurz darauf in ein Internierungslager bei Fehmarn verbracht. Am 28. Juni wurde Willy in Richtung Braunschweig entlassen, wo er einige Zeit in der Landwirtschaft tätig war. Wann genau er nach Hause kam, ist unklar.
Ab dem 10. Mai 1946 war er bei der Polizei in Mahlow angestellt, im Jahr 1948 war er Polizei-Oberwachtmeister. Ab dem 1. Dezember 1948 war Willy in verschiedenen Positionen bei der Sparkasse beschäftigt. Zum 1. Oktober 1961 wechselte er als Buchhalter zur PGH-Heizungstechnik nach Königs Wusterhausen.

Am 4. September 1948 heiratete Willy Klein Hiltraut Liselotte Wurl in Königs Wusterhausen. Seine Braut kam am 1. Juli 1926 in Gusow (Oderbruch) als Tochter des Gärtners Otto Wurl und seiner Frau Hedwig Pfeiffer zur Welt. Hiltraut war evangelisch, konvertierte zur Hochzeit jedoch zum katholischen Glauben. Die Eheleute Klein bekamen fünf Kinder, wovon zwei Kinder jedoch tot geboren wurden. Die 1950 geborene Tochter Sylvia starb 1963.
Am 22. September 1974 wurde Willy Klein von Alfred Kardinal Bengsch in der Berliner Hedwigs-Kathedrale zum Diakon geweiht. Seine Gemeinde war von 1977 bis 1998 Schöneiche bei Berlin.
Willy Klein starb am 10. Juni 2002 im Krankenhaus von Bad Saarow an den Folgen von Darmkrebs. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof in Königs Wusterhausen. Seine Ehefrau Hiltraut verstarb am 30. November 2022 in Zeesen. Sie lebte zuletzt bei ihrer ältesten Tochter und deren Mann.