Neue Hinweise zu Hermann Seyer
21. April 2020
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Die Zeit kurz nach der Verhaftung

Das Schicksal meines Urgroßvaters Hermann Seyer liegt mir irgendwie besonders am Herzen. Sein Verschwinden, seine letzten Lebensjahre und sei Tod im NKWD-Lager Sachsenhausen geben immer noch Rätsel auf. Wenig ist über das Geschehen nach 1946 bekannt. Um so willkommener sind neue Hinweise und Forschungsansätze.

Einen solchen wertvollen Hinweis erhielt ich in der letzten Woche von einem Forscherkollegen. Demnach kam Hermann Seyer nach seiner Verhaftung in der Nacht vom 31. März 1946 in Zeesen nicht wie bisher vermutet direkt nach Sachsenhausen, sondern wurde zunächst in das Speziallager Nr. 3, dem NKWD-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, gebracht.

Nach dem Kriegsende errichtete der NKWD im Mai 1945 auf dem Gelände einer Großküche der NS-Volkswohlfahrt das Speziallager Nr. 3, um hier „feindliche Elemente“ zu inhaftieren und zu verhören. Die Haftbedingungen waren katastrophal. Es gab nicht genug zu essen, die Räume waren unbeheizt und häufig überbelegt. Etwa 20.000 Menschen durchliefen das Lager bis zu seiner Auflösung im Oktober 1946, viele von ihnen starben. Die letzten Insassen wurden im Oktober 1946 nach Sachsenhausen oder Buchenwald zur weiteren Internierung verbracht.

Hermann Seyer wurde am 8. Juli 1946 von Hohenschönhausen nach Sachsenhausen verlegt, wo er im September 1949 starb.
Mit diesem Hinweis ist auch sein Verhaftungsgrund wieder mehr in meinen Focus gerückt. Hermann soll Leiter eines Zwangsarbeiterlagers gewesen sein. Welches Lager das gewesen sein könnte, damit beschäftige ich mich im Moment.

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